Tipps für Zuhause
Die folgenden Hinweise können Ihnen als Eltern helfen, die Umgebung vorzubereiten und Ihrem Kind den Übergang aus der Klinik-Atmosphäre nach Hause möglichst leicht zu machen. Auf jeden Fall brauchen Sie Zeit und Unterstützung, um mit dem Baby weiter vertraut zu werden und einen neuen Rhythmus in Ihrem gemeinsamen Tagesablauf zu finden.Bei aller Unsicherheit haben Sie als Eltern von einem Frühchen den großen Vorteil, dass Sie Ihr Frühchen schon „kennen“ und damit durch die Erfahrung viel Kraft schöpfen können.
Vor der Ankunft
Wenn möglich, nutzen Sie am besten vor dem Nachhause kommen die Gelegenheit, auf Station Moro bei Ihrem Kind zu übernachten und machen Sie sich so mit den Schlafgewohnheiten Ihres Frühchens vertraut. Denn Sie glauben nicht, was für Geräusche ein Baby von sich gibt und damit unsicheren Eltern den Schlaf rauben kann.Nehmen Sie im Vorfeld Kontakt zu Ihrem Kinderarzt/Ihrer Kinderärztin und Hebamme auf und vereinbaren Sie
ein Treffen mit beiden, wenn das Kind zu Hause ist, damit Sie mit den vielen Fragen nicht alleine da stehen.
Die Hebamme kann Sie auch schon während des Klinikaufenthaltes, z. B. bei der Nachsorge, Still- bzw. Abpumpberatung unterstützen.
Schön ist es auch, den Kontakt zu anderen Frühchen-Eltern aufrecht zu erhalten und frühzeitig
Telefonnummern auszutauschen. Denn wer von Ihren Freunden hat sonst schon ein Frühchen, und wenn man sich mit Gleichgesinnten austauschen kann, hilft dies Sicherheit zu schaffen.
Nützlich ist es auch Stress für Sie zu vermeiden in dem Sie
- den Hausputz vorher erledigen
- den letzten Abend mit dem Ehepartner in Ruhe genießen
- wichtige Telefonnummern von Arzt/Ärztin und Hebamme griffbereit haben
- sich schon vorab mit den technischen Hilfsmitteln vertraut machen (Atemüberwachung)
Die ersten 24 Stunden
Versuchen Sie den Rhythmus, den Ihr Kind in der Klinik erlebt hat, bei zu behalten, um die Umstellung möglichst schonend zu gestalten. Begrenzen Sie die Anzahl der Besucher.Lassen Sie in den ersten zwei oder drei Nächten ein schwaches Licht brennen und/oder ein Radio leise laufen, um die Rahmenbedingungen der Klinik nachzuahmen.
Wenn möglich führen Sie ein Schichtsystem für die Nacht ein, nach dem Motto: “Du kümmerst Dich zwischen 22 und 5 Uhr um das Baby und ich zwischen 5 Uhr und 8 Uhr“ - das entspannt die Situation für alle Beteiligte sehr und ist auch für Berufstätige gut machbar.
Wenn Ihr Baby fortwährend schreit, versuchen Sie
- zunächst einmal Licht und Geräusche zu vermindern /vermeiden,
- ihm einen Schnuller anzubieten,
- es sanft, aber fest einzupacken,
- es sanft zu klopfen und sich langsam zurückzuziehen, wenn es eingeschlafen ist,
- zu vermeiden, mehrere Dinge auf einmal zu tun; vermindern Sie die Aktivität und seien Sie möglichst klar und ruhig im Umgang mit dem Baby.
Die ersten Wochen
Machen Sie sich bewusst, dass die Anpassung an die neue Umgebung und an die neue Situation Zeit braucht.Versuchen Sie, feste Zeiten für das Baden und Spielen einzuführen, aber seien Sie sich bewusst, dass das nicht sofort gelingen mag, denn oft wehren sich Babys in dieser Phase gegen feste Rhythmen.
Wenn Ihr Baby regelmäßige Wachzeiten erreicht hat, setzen Sie Ihr Gesicht, Ihre Stimme behutsam ein, um seine Aufmerksamkeit zu erlangen; achten Sie dabei auf Überforderungssignale, die zeigen, dass das Baby eine Pause braucht (z. B. Vermeiden des Blickkontakts, Wegschauen, Schläfrigkeit, Erschöpfung).
